Donnerstag, 30. März 2017

498) Castiglione del Lago



Gestern besuchten wir Castiglione del Lago, jene Stadt am Nordufer des Trasimener Sees, die zu den borghi più belli d'Italia zählt.



Der historische Stadtkern befindet sich auf einem Hügel, welcher zu Zeiten, als der Pegelstand des Sees höher lag, eine Insel war.

Auf dieser befand sich die mittelterliche Festung. Heute gibt es im historischen Stadtkern u.a. die Chiesa Santa Maria Maddalena.



enge Gassen,





schöne (kleine) Läden, Bars und Restaurants.




Gestern war Markt, was den Zufahrtsstrassen zur Altstadt und den Gassen einen besonderen Reiz verlieh.



Am Nordende der Stadt, aber noch innerhalb der Stadtmauern, befindet sich die Rocca del Leone, die Verteidigungsanlage.


Man geniesst einen tollen Blick auf den See


und auf die Altstadt.



Rund um die Anlage gibt es viele alte Bäume, v.a. Olivenbäume.



Das Innere der Anlage erreicht man über den Palazzo Ducale, welcher sich neben dem Rathaus der Stadt befindet.




In Castiglione del Lago fand ich auch Neri-Lampen



und einige andere schöne Dinge.



Zu diesen gehört auch die Skulptur "Sopravivere alla morte è vivere" von Renato Mancini im Park des Rathauses.



Ich schliesse meinen heutigen Beitrag mit dem Zufallsbild Nummer 43.



Im Hintergrund des Olivenbaums mit der Bank kann man den Palazzo Ducale sehen.

Mit lieben Grüssen aus Umbrien
Barbara 


Nachtrag

Heute entnahm ich der Fotodatei dieses Beitrages das Wort des Tages.


Parola del giorno: la pannocchia
Wort des Tages: der Maiskolben


Ergänzungen


Die Maiskolben, die ich in Castiglione fand, dienten zur Dekoration einer Auslage vor einem Spezialitäten-Laden.





Im Laden selber - ein Bioux - konnte ich ganz viele tolle Sachen anschauen.
Gekauft haben wir Strangozzi, Trüffelsauce und Wein.






Umbrien kennt viele kulinarische Spezialitäten, die oft aus einfachen, aber hochwertigen Produkten gekocht oder gebacken werden. Mais bildet nicht selten die Grundlage oder zumindest einen Bestandteil.


Maispflanzen bilden einen Fruchtstand aus, der Maiskolben genannt wird.
Zur Reifezeit enthält der Kolben Maiskörner (Karyopsen), die je nach Sorte weisslich, goldgelb, rot oder auch schwarzviolett sein können. Das Tausendkorngewicht beträgt 250 bis 400 Gramm.

Das Sommergetreide heisst in Italien "granoturco", das mit türkischer Weizen übersetzt werden könnte. Der Ausdruck will andeuten, dass die Pflanze keine einheimische ist, sondern aus dem Ausland stammt. Die Bezeichnung fusst auf dem Irrtum, dass der Mais aus der Türkei eingeführt worden sei.





Dem ist nicht so. Christoph Kolumbus brachte den Mais aus Amerika nach Europa, wo er ihn in der Karibik entdeckt haben soll. Schon 1525 wurde Mais in Spanien angepflanzt. Zu den eigentlichen Mailändern ausserhalb Euroipas wurden aber zuerst die Türkei und Mesopotamien.

Von dort aus eroberte das Sommergetreide aus der Familie der Süssgräser den Balkan, die Poebene und den Süden Frankreichs.
Schon im 17. Jahrhundert 
 war Maisbrei ein verbreitetes „Arme-Leute-Essen“ von Spanien bis nach Südrussland. 





In Norditalien ist Polenta immer noch sehr beliebt.

Vom 6. bis zum 15. April 2018 findet in Viepri die 21. Ausgabe der "Sagra della Polenta" statt.


Bestimmt wird es ausser Polenta und Brustengolo auch andere umbrische Köstlichkeiten zu kosten geben.




Barbara