Freitag, 13. November 2015

Beim Luegiboden-Block


Gestern wanderten wir von Habkern aus zum Luegiboden-Block. An dieser Stelle sei vorerst nur erwähnt, dass es sich beim Block um ein Naturdenkmal handelt.

PS: Zum "Luegiboden" gibt es ein Picasa-Webalbum mit den Fotos von Hans. 






Unsere Wanderung startete beim Schulhaus von Habkern. "Der Ort, wo es viele Habichte gibt" (habuh = (Habicht, Sperber, Falken) liegt im Berner Oberland an der Grenze zum Emmental.

Vom Dorfkern wanderten wir hinunter an den Bolbach, dann über die Holzbrücke und von dort hinauf ins "Gspahn".





Von hier aus hatte man einen wunderbaren Rundumblick auf den Thunersee im Westen, den Hohgant im Norden und den Brienzergrat im Süden.




Vom "Gspahn" ging es hinunter an den Lombach. 




Von der Brücke über den Lombach führte ein steiler Weg hinauf zum "Luegiboden". Das Ziel der Wanderung war erreicht.




Wir befanden uns auf einer kleinen Hochmoorterrasse gegenüber von Habkern. Ich komme nun zur "Sache". :-)




Auf dem Luegiboden steht der sogenannte "Luegiboden-Block". Es handelt sich um einen Findling, der sich als ein ganz besonderer auszeichnet. Er ist der grösste der Schweiz und er ist einer, der seine Verirrung keinem Gletscher verdankt. Der Block besteht aus Habkern-Granit, einem Granit, der nirgendwo in den Schweizer Alpen aufgeschlossen ist.




Man vermutet, das sich der Block während der Alpenfaltung aus der Tiefe (Urmeer) an die Oberfläche verirrt (errare) hat. Irgendwie so zumindest habe ich die ganze Sache verstanden. :-)


Zur Geologie zitiere ich aus: http://napfkiesel.blogspot.ch/

Der sehr dekorative Habkerngranit, mit seinen weissen und lachsroten Feldspäten (Orthoklas) und den gelb bis grünlich fettglänzenden Quarzen sowie den schwarzen Biotiten oder auch Dunkelglimmer genannt, wurde zu einem begehrten Zierstein.
Als Geschenk der Schweiz wurde 1852 Habkerngranit nach Washington, an den Bau des Washington-Monumentes geschickt. Mehrere 100'000 Jahre früher wurde ein Block dieses Granits in den Kanton Aargau, genauer auf den Rastplatz Jägerhüsli auf der Ebni bei Schöftland transportiert. Als Transportmittel wurde ein Gletscher eingesetzt, welcher Gletscher und auf welchem Weg er transportiert wurde, ist nicht genau bekannt.
Um den Abbau und damit die Zerstörung des Luegibodensteins zu verhindern, kaufte ein Privater im Jahre1868 dieses Naturdenkmal dem Grundeigentümer für Fr.980.-- ab und schenkte es dem Naturhistorischen Museum Bern. Der Luegibodenstein steht seit diesem Datum unter Naturschutz.




Welche Heilige hat sich auf den Findling verirrt (siehe "Figur" in der Mitte des vorangehenden Fotos)? Ist es wohl die heilige Barbara, die u.a. als Beschützerin der Geologen, Steinmetze und Bergleute gilt?







Unser Rückweg führte entlang des Lombaches bis zur Lombachbrücke und von dort aus über die Landstasse an den Ausgangspunkt.





Es war eine wunderbare November-Wanderung, auf der es nicht nur Granit zu sehen gab. 





Auf der Heimreise kamen wir wieder in den Nebel. Wir vermuteten, dass im Mittelland den ganzen Tag über keine Sonne zu sehen gewesen war.



Schön, wenn man über dem Nebel sein kann!

Barbara