Montag, 8. Juni 2015

443) Fontemaggio



Es gibt bestimmt nicht viele Campingplätze in Italien die sich in einem solch ausgedehnten Naturpark befinden. Auf dem "Fontemaggio" bei Assisi gibt es frühmordendliche Vogelkonzerte, die nicht nur von Amseln dominiert sind, da hat es verschiedenste Schmetterlingsarten  tagsüber und Glühwürmchen nachts, da blüht und duftet es wunderbar.



PS: Nur die Zufahrt für Womos und grössere Gespanne ist etwas  schwierig. :-)



Ein Spaziergang von fast einem Kilometer führt zum entferntesten Punkt des Campingplatzes, zur "casa papi".





Hier hätten wir die meisten sardischen Esel der Frau Müller sehen könne, wenn sie sich hätten sehen lassen.

Frau Müller züchtet seit 30 Jahren diese vor dem Aussterben bedrohten Tiere. Die Esel sind in drei riesigen Gehegen auf dem Platz zu finden: Beim Eingang, beim Spielplatz und bei der "casa papi":




Eine Besonderheit unter den sardischen Eseln sind die weissen Esel. Es sind keine Albinos, denn sie haben keine roten Augen. Es handelt sich um sogenannte leuzistische Tiere. Sie stehen nicht nur unter Schutz, sondern unter strengen Schutz.



Wikipedia: Leuzismus ist eine Defekt-Mutation, die dazu führt, dass das Fell weiss und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) enthält. Im Gegensatz dazu sind beim Albinismus die Zellen zwar vorhanden, aber unfähig, den Farbstoff Melanin zu bilden.

Die meisten Katzen mit weissem Fell sind leuzistisch, so auch unsere Mimi (siehe Foto mit weissem Esel).


Nachtrag 23.02.2018

Heute entnahm ich der Fotodatei dieses Beitrages das Wort des Tages:




Parola del giorno: la ginestra (fiore del deserto --> G. Leopardi)

Wort des Tages: der Ginster (Blume der Wüste --> G. Leopardi)

Camping Fontemaggio, Assisi, 07.06.2015

Ergänzungen:







Im grosszügig angelegten Naturpark des Campings "Fontemaggio" konnten wir vor knapp drei Jahren viel blühenden Ginster sehen.

Ginster sind Sträucher, die häufig rutenförmige Zweige besitzen. Die Blütenkrone hat die typische Form einer Schmetterlingsblüte. Die Kronblätter sind meist gelb. Zur Gattung "Genista" sollen 90 oder mehr Arten gehören.





Ginster wachsen meist an nährstoffarmen Standorten. Viele Ginster-Arten sind typische Elemente der mediterranen Macchie, Garrigue und Phrygana, sowie der atlantischen Heiden in Westeuropa. 






Giaccomo Leopardi (1798 bis 1837), der berühmte italienische Lyriker, Essayist und Philologe nannte den Ginster die "Blume der Wüste".


Ich zitiere aus seinem Gesang "Der Ginster oder die Blüme der Wüste":


Wo du, o holde Blume, blühst und, gleichsam
Mitfühlend mit so großem Weh, zum Himmel
Den Hauch entsendest süßesten Gedüfts,
Der Wüste Trost und Labsal.



Italienisch


Dove tu siedi, o fior gentile, e quasi
I danni altrui commiserando, al cielo
Di dolcissimo odor mandi un profumo,
Che il deserto consola.



Al canto




Barbara