Mittwoch, 25. Februar 2015

Santa Maria di Leuca


Gestern besuchten wir Santa Maria di Leuca im Süden des Salento (Apulien).


Die Vorstellung, dass die Erde eine Scheibe sei, war schon seit etwa 500 vor Christus von den Wissenschaftlern überwunden. Sie hielt sich aber hartnäckig in den Köpfen der weniger gebildetet Menschen bis noch gut ins Jahre 1500. So galten unter den Römern Cornwall und Kap Finisterre vor der Entdeckung Amerikas als Ende der Welt. Auch der südlichste Punkt des italienischen Festlandes, Leuca, wird mit "finibus terrae" bezeichnet. Gestern besuchten wir dieses nicht mehr ganz so abgelegenen Ort.

Viele Legenden ranken sich um den Ort, wo sich das adriatische und das Ionische Meer treffen.
Die eine Legende ist die traurige Geschichte eines Liebespaares.


Die Sirene Leucasia schwor Rache. Noch nie hatte ein Mann ihrer Schönheit widerstehen können. Aber das Herz von Meliso gehörte bereits seiner jungen Geliebten Aristula und er blieb unempfänglich für den Liebreiz der schönen Meerjungfrau. Als die Gelegenheit sich bot, folgte Leucasias grausige Rache. Mit Hilfe der Göttern des Meer und Windes, Poseidon und Aiolos, verschluckte die stürmische See das Liebespaar. Nachdem der Sturm abflaute, fand man die leblosen Körper: Aristula auf einem Felsvorsprung im Osten und Meliso im Westen. Zwischen diesen beiden Punkten, Punta Ristola und Punta Mèliso, liegt heute Santa Maria di Leuca.(Quelle)

Oberhalb des Punto Meliso steht heute eine Wallfahrtskirche, "Santa Maria di finibus terrae". Angeblich soll Petrus, von Palästina kommend, hier gelandet sein.


Hier noch die Aussicht auf Santa Maria di Leuca und den Punto Ristola.



Gestern besuchten wir Santa Maria di Leuca im Süden des Salento (Apulien). Das ist Bericht 2 von 3.

Seit 1866 thront neben der Wallfahrtskirche ein 102 Meter hoher Leuchtturm. 



In seinem Innern befindet sich eine Wendeltreppe bestehend aus 254 Stufen.

Noch einige Stufenb mehr - 300 nämlich - würden nach unten in die eigentliche Ortschaft führen.
Diese besteht aus vielen mondänen Villen



und einem langen Lungomare.



Wir besuchten die Kirche "Santo Christo in Re", eine sehr dunkle Kirche in die aber durch wunderbare Glasfenster Licht einfällt.





Am Anfang oder am Ende des Lungomare von Santa Maria di Leuca steht der "Torre dell' Omomorto". Der Turm des toten Mannes gehort zu den vielen Wachtürmen, die an der Küste des Salento zu finden sind. Sie wurden in Zeiten der Türkeneinfälle erbaut.

Schon etwas gruselig, ein Ort mit einem Turm eines toten Mannes, oder?
Es gibt aber noch etwas Gruseligeres.

Früher, das wurden vor Sankt Nikolaus alle streundenden Tiere eingefangen und in der Nacht vor dem 6. Dezember in Booten aufs Meer hinaus transportiert. Was dann geschah, kann man sich ohne grosse Phantasie ausmalen.
Die Tiere, die es schafften, wieder an Lanz zu kommen, wurden von den Einwohnern aufgenommen und "wie Kinder" behandelt.

Diesen Brauch hat erst Mussolini abgschafft.




Für die Heimreise wählten wir die Küstenstrasse.



Wir machten eine kleine Mittagspause und entdeckten das wohl am meernächsten gelegende Trulli Apuliens.


Barbara und Hans