Freitag, 16. Januar 2015

411) Monte Saraceno



Gestern machten wir eine Fahrt auf den Monte Saraceno. Dieser Hügelzug befindet sich zwischen Mattinata und dem Gebiet des nördlichen Manfredonia.



Um auf den Monte Saraceno zu kommen, biegt man (von Manfredonia kommend) vor dem Tunnel links ab und fährt Richtung "Monte Sant'Angelo". Man kommt somit auf die alte SS 89.

Die Strasse bietet bereits nach einigen Kehren einen Ausblick aufs Meer.



Aber auch die Aussicht bergwärts ist sehr schön.




Bevor die Abweigung Monte Saraceno-Mattinata kommt (man ist also schon wieder auf absteigender Fahrt), führt rechts ein Schotterweg zum Monte Saraceno.

Die Vegetation wird durch Aleppo-Pinien und Macchia geprägt.



Uns lockten die Daunier auf den Monte Saraceno. Die Daunier?









In meinen Zippi-Beitrag vom März 2010 habe ich zusammenfassend über die vorrömische Geschichte des Gargano geschrieben. Dazu mein Beitrag vom 16. März 2010.

Aus diesem Beitrag geht hervor, dass wir uns mit den Dauniern in der Bronzezeit befinden, also in vorchristlicher Zeit.





Ich zitiere aus: http://www.uibk.ac.at/grabung-ascoli-satriano/2adiedauniertopographie_komplett.html

"Hauptsächlich aus den Grabfunden resultiert eine Datierung der daunischen Kultur in die Zeit zwischen dem 9. /8. und dem 4. Jh.v.Chr., denn ganz offensichtlich wurde der Gestaltung und Ausstattung der Gräber großer Wert beigemessen, während die Behausungen aus organischem, vergänglichen Material nur teilweise auf Steinfundamenten standen und damit archäologisch nur schwer fassbar sind."

Diese Behausungen stelle ich mir ungefähr so vor:






In der Bronzezeit wurden Siedlungsplätze auf Anhöhen und Halbinseln bevorzugt, die einen guten Überblick über das umgebende Gelände oder die Küstenareale boten.


Das wäre der Überblick: :-)





Die Daunier werden als friedliebende, vom Ackerbau, vom Fischfang und von der Jagd lebende Menschen beschrieben, die wohl dem Totenkult eine besondere Aufmerksamkeit schenkten. Auf dem Monte Saraceno soll es über 500 Gräber gegeben haben.

Die Toten wurden in Hockerstellung begraben; jedes Grab hat die Form eines Uterus. Schöner Gedanke: Vom Uterus zurück in den Uterus.




Daunische Inschriftensteine - Stelen genannt - sind wertvolle Quellen über das Alltagsleben der Daunier und geben Auskunft über ihre Riten, den Krieg oder die Jagd,
Ab dem 7. Jhd. v. Chr. existieren schriftlich Hinterlassenschaften "fremder Autoren". Eines der ältesten Zeugnisse liefert uns der antike Autor Lykophron.


Das Gebiet, in dem die Daunier siedelten, wird heute Daunien genannt. Es entsricht ungefähr der Provinz Foggia. Die Daunier wurden zuerst von den Samniten und später von den Römern unterworfen.

Noch zwei letzte Fotos mit Blick auf Mattinata: