Sonntag, 2. November 2014

391) Allerheiligen-Wanderung


Allerheiliger ist der Tag, an dem aller Heiligen gedacht wird. Seit Jahrhunderten hebt die katholische Kirche Männer und Frauen in den Stand der Heiligkeit. Doch wie viele Menschen wirklich als Heilige verehrt werden, weiss man nicht ganz genau.  Im Verzeichnis "Martyrologium Romanum" waren 2004 mehr als 6600 Heilige gelistet, wobei aber auch Selige mitgezählt wurden.
Der Tag nach Allerheiligen ist Allerseelen. Der 2. November ist der Gedenktag der "normalen" Toten.
Allerheiligen und Allerseelen sind zwei Tage, die u.a. also der Besinnung dienen.
Aus diesem Grunde haben wir uns entschieden, unsere Tagesprogramme entsprechend auszurichten.
Da wir nach ein paar hundert Metern bergwärts schon "abseits von der Zivilisation" sind, bot sich eine Wanderung in den Glutzenberg direkt an. 




Die Wanderung führte uns über Hubersdorf und Günsberg. 




Ausserhalb Hubersdorf tauchten die ersten Sonnenstrahlen und die ersten Tiere auf. 



Wohl nicht zufällig kam uns bei dieser Begegnung der heilige Franz von Assisi in den Sinn.






"Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder."
Franz von Assisi

Wer sich auf die Heiligen einlässt, hat Vorbilder. Für viele Menschen sind die Heiligen Vorbilder des Glaubens; sie können aber auch Vorbilder "weltlicher" Art sein. Sie zeigen uns, dass "die Rettung der Welt" möglich ist. Sie sind sozusagen Repräsentanten der Idee der "Verwirklichung des Guten".




Kurz vor dem letzten Ansteig gegen den Glutzenberg zeigte sich dann endgültig die Sonne.





Ziel erreicht...



Das Bergrestaurant "Glutzenberg" war vor knapp hundert Jahren noch ein sogenanntes Kurhaus, wie diese Karte, die wir im "Solothurner Kalender" fanden, beweist.


Wir genossen unsere Vegi-Burger und Pommes Frites und machten uns gegen 14 Uhr auf den Heimweg.

Alle Glocken der Kirche Günsberg läuteten, als wir das Dorf passierten. Wahrscheinlich hielt der Pfarrer in der Kirche nach dem Geläute das, was Papst Franziskus zur gleichen Zeit auf dem Friedhof “Campo Verano”: Die Predigt zu Allerheiligen.

Auch für Menschen, die den "Herrn" nicht brauchen, ist das, was der Papst gestern sagte, von Bedeutung.

Hier ein Auszug aus seiner Predigt:

“Der Mensch bemächtigt sich allem. Er hält sich für Gott, er hält sich für den König. Und die Kriege, die Kriege, die weitergehen, gewiss nicht um den Weizen des Lebens zu säen. Um zu zerstören. Das ist die Industrie der Zerstörung. Es ist dies auch ein Lebenssystem, wenn man die Dinge nicht richten kann, wenn man sie wegwirft: man wirft Kinder weg, man wirft alte Menschen weg, man wirft die jungen Menschen ohne Arbeit weg… Diese Verwüstung, die die Wegwerfkultur geschaffen hat. Man wirft Völker weg”.

Und die Rettung der Welt?

“Der Herr helfe uns und schenke uns die Gnade dieser Hoffnung (Anmerkung Barbara) Gott zu finden, aber auch die Gnade des Muts, aus allem herauszutreten, was Zerstörung, Verwüstung, Relativismus des Lebens, Ausschluss der anderen, Ausschluss der Werte und Ausschluss von all dem ist, das der Herr uns gegeben hat: Ausschluss des Friedens. Davon befreie er uns, und er schenke uns die Gnade, mit der Hoffnung zu gehen, uns eines Tages unter vier Augen mit ihm vorzufinden. Und diese Hoffnung enttäuscht nicht”.




Spielt es eine Rolle, ob uns der Herr die Gnade der Hoffnung schenkt, oder ob sie auch ohne den Herrn - "einfach so" - in einem selber ist?

Ich finde: Es spielt keine Rolle. Hoffnung führt zum gleichen Ziel: Hoffnung schafft den Mut, aus dem herauszutreten, was Zerstörung, Verwüstung, Relativismus und Ausschluss schafft. Einige brauchen, um Hoffnung zu schöpfen den Herrn, andere nicht.
Einen Aussschluss der einen oder der anderen darf es nicht mehr geben. :-)


Unsere Lichtlein für alle, die nicht mehr unter uns weilen...






"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt."
Bertold Brecht



Barbara