Mittwoch, 26. Februar 2014

373) In der Sohle des Stiefels




Vorgestern verliessen wir Catania, um uns auf die Heimreise zu begeben. Für diese haben wir etwa  zwei Wochen geplant.


Unsere Reise führte uns von Catania nach Messina, über die Meerenge von Messina nach Villa San Giovanni, von dort ging es via Lamezia Terme, Catanzaro, Crotone nach Cirò Marina.
Dies ist ein Badeort an der ionischen Küste, also in der Sohle Italiens.



Nach Lamezia fielen uns besonders die vielen Einkaufszentren auf, die unzähligen angefangenen Ein- und Mehrfamilienhauser und der Abfall. Überall Abfall.
Die landschaftlich schöne Gegend, die reichhaltiges kulturelles Erbe aufweisen kann, stinkt vor sich hin.



Und dies im wahren und im übertragenen Sinne des Wortes. Hier herrschen die Gesetze eines anderen Staates. Wo bleiben die Milliarden Roms und der EU?
Das war eine rhetorische Frage. Die Antwort ist bekannt.




Kalabrien hätte uns Touristen viel zu bieten. Sonne, Meer, Kultur. Aber wie können wir uns zwischen Bauruinen und Abfallbergen, zwischen Armut und Massenarbeitslosigkeit wohl fühlen?


Indem man sich vor Augen führt, dass nicht alles, was nicht glänzt, nicht Gold ist, dass hier mehr Reichtum vorhanden ist, als man nur erahnen kann? Ja, genau so. Denn das ist nichts anderes als anderswo.


Grosser Reichtum kommt nie und nimmer auf ehrliche Weise zu Stande. Hinter dem grossen Geld stecken überall Verbrechen und Gewalt. Der Reichtum der Schweiz ist ganz bestimmt nicht nur unserer Mentalität und Arbeitsmoral zu verdanken.
In vielen Gegenden und Ländern haben die Systeme, die zum grossen Profit führen keinen Namen. Hier in Kalabrien hat das System einen Namen.