Montag, 11. November 2013

338) Von Götterfrüchten, Bullis und Kaminen



Auf unserem Sonntags-Spaziergang gestern sahen wir nicht nur einen Kakibaum (Foto oben), eine Bulligruppe und das obligatorische Garibaldi-Denkmal, nein, wir erlebten eine charmante italienische Kleinstadt mit einem kleinen, aber äusserst sehenswerten historischen Zentrum. 


Als wir am Morgen unsere Zugreise nach Domodossola antraten, regnete es in Strömen. Bis nach Iselle änderte sich nichts an diesem Niederschlagszustand, nein, zwischendurch, so in Brig, schneite es sogar. Wie erstaunt waren wir, dass die Prognosen für Domodossola sich bewahrheiteten. Die Sonne schien. 



Es war aber ziemlich kühl. Das spürte man nicht nur, nein, das roch man auch ganz intensiv. Über der Atstadt lag ein kräftiger Duft von Holzfeuer. Und dieser wiederum liess uns überall die typischen Kamine einer Alpenstadt sehen.





Domodossola ist in ganz Italien bekannt. Dies in erster Linie, weil Domodossola die einzige grössere italienische Stadt mit „D“ ist. So wird  der Name von Domodossola im italienischen phonetischen Alphabet für diesen Buchstaben benutzt (D di Domodossola). Bestimmt aber trägt auch der Simplonpass zur Bekanntheit der Stadt bei.

Als Napoleon durch den Ingenieur Nicolas Céard den Saumpfad zu einer Passtrasse ausbauen liess, begann nämlich das Wachstum der Stadt am Toce.



Es gibt sogar einen Obelisken in der Stadt mit dem berühmten samstäglichen Markt.



Um diesen Obelisken trafen wir zur Apéro-Zeit eine ganz besondere Gruppe.



 
Den Schluss meines Artikels bildet ein Kunstwerk, das erst in diesem Jahr aufgestellt wurde.Wohl deshalb war noch kein Info-Täfelchen zu finden und ich musste im Netz recherchieren.
Es handelt sich um die Skulptur der  finnischen Künstlerin Kaarina Kaikkonen. "Die fliegende Fliegerjacke" (meine Namensgebung) aus Alluminium ist ein Teil des interregionalen Projektes «Chavez: di tanti uno solo» ist. Ab Herbst 2012 wurden  in Domodossola, Crevoladossola, Varzo, Trasquera, Gondo, Simplon-Dorf, Ried-Brig und Brig Kunstwerke aufgestellt, die zu Ehren des perunaischen Fliegers Geo Chavez gereichen.
 


 



Am 26. September 1910 startete der Peruaner Geo Chavez in Ried-Brig, um mit seinem Blériot XI Eindecker den Simplon nach Domodossola zu überfliegen und so den ersten Flug über die Alpen zu meistern. Am 19. September hatte er bereits einen Versuch erfolglos abgebrochen. Der von zahlreichen Schaulustigen beobachtete Flug gelang zunächst, doch bei der Landung nach 42 Minuten Flugdauer brach das Flugzeug bei dem Versuch, es nach einem Sturzflug abzufangen, auseinander. Chavez wurde bei dem Absturz aus geringer Höhe schwer verletzt und starb am 27. September.




ARRIVEDERCI, amici di Domodossola. Ritorniamo presto! Ciao, Enni (Laura Bar), ciao Minello! Ci vediamo.