Dienstag, 8. Oktober 2013

Attisholzwald


Mitten durch den Attisholzwald läuft die Grenze zwischen den Gemeinden Flumenthal und Riedholz. Der grössere Teil des Waldes liegt auf Riedholzer Gebiet.


Den Einheimischen war schon lange bekannt, dass im Attisholzwald ein römischer Gutshof gewesen sein musste. Schon 1770/71 wurde er zum ersten Mal „angegraben". Aber erst im Laufe des Jahres 2008 wurde eine systematische  archäologischen Untersuchung durchgeführt. Dabei konnten die zwei bekannten römischen Gebäude erstmals exakt lokalisiert werden. Bei dem einen handelt es sich vermutlich um das Hauptgebäude des römischen Gutshofes, das andere kan
n als Badegebäude identifiziert werden. Ausserdem wurden ein drittes Steingebäude sowie über ein Dutzend weitere Befunde neu entdeckt. Die Ausdehnung des römischen Gutshofareals betrug damit etwa 4-5 Hektaren.
Leider habe ich 2008 keine Fotos von der Grabung gemacht. Dafür zeige ich euch heute hier ein anderes "historisches" Denkmal.


Der auf dem Foto zu sehende Laugenturm
gehört zur ehemaligen Cellulosefabrik Attisholz.
Diese steht in der Industriesiedlung der Gemeinde
Riedholz. Von 1881 bis 2008 wurde hier Holz zu Cellulose verarbeitet.

Einfach gesagt: Aus Holzschnipseln wurden mit Hilfe von Lauge Zellstoff gewonnen, der wiederum Grundlage für
die Papierherstellung lieferte.
Die Lauge wurde fabrikintern hergestellt.

So (vereinfacht): Schwefel- und schwefelhaltige Gesteine werden in speziell

konstruierten Öfen abgeröstet. Die dabei entstehenden Gase werden in den hohen,
mit Kalksteinen gefüllten, Laugenturm geleitet. Es kommt Wasser dazu.
Und fertig ist die Lauge, die wie flüssiges "Maggi" riecht.

Seit fünf Jahren braucht es den Laugenturm nicht mehr. Was denn nun?
Es gibt bereits Ideen für eine attraktive Wohn- und Arbeitssiedlung.

Das hiesse dann wohl, dass die "Sprengfreunde" das Nachsehen hätten. Wie schön, ich als möchte diesen Anblick nicht missen.