Freitag, 23. November 2012

Centrale Montemartini


Im ersten Teil des Posts findest du den Artikel, den ich im November 2012 geschrieben habe. Die Bilder im Originalartikel sind nicht anklickbar. Fotos zum Anklicken finden sich am Schluss des Beitrages.





Das Leben, das ist eben nicht nur das Helle, Schöne, das Edle. Leben ist auch das Dunkle, das Schaurige, das Normale.

So gesehen ist das Museum, das ich nun beschreiben werde, mehr als nur eine Ausstellung. Es kann Gedanken provozieren, die weit über das hinausgehen, was ein konventionelles Museum schaffen kann. Die „Centrale Montemartini“ ist auch ein philosophisches Museum.

Nun, das war sie: Meine Liebeserklärung an die „Centrale Montemartini“.

Vorvorgestern (Mittwoch, 21.11.12) fand einer unserer beeindruckendsten Besuche unserer Reise statt. Die „Centrale Montemartini“ an der Via Ostiense in Rom ist so etwas von einzigartig und begeisternd, dass ich noch jetzt kaum die Worte finde. Ich versuche es mal mit Schlagwörtern:


Vergangenheit und Gegenwart


Antike trifft Moderne


Kunst stösst auf Technik


Musse und Arbeit


Altes und Neues



Männliches und Weibliches (das Bild passt nicht so sehr, denn ich meine es eher so, dass sich Männer für Technik und Frauen für Kunst interessieren - ja, ich weiss ... es ist nicht immer so!)


Begegnungen

Die Idee, antike Statuen, Büsten, Sarkophage, Mosaike und Friesen in einem alten Thermo-Kraftwerk aufzustellen ist genial. Götinnen vor Turbinen, Götter vor Generatoren, Helden im Kesselraum oder im Maschinensaal - das ist mehr als nur fotogen.





Was mir besonders aufgefallen ist, ist der nachhaltige Eindruck, den die einzelnen antiken Kunstwerke bei mir hinterlassen haben. Ich weiss jetzt noch, wen und was ich wo gesehen habe.
Und dies gilt nicht nur für Philosophen!



Im „normalen“ Kapitolinischen Museum ist dies (dies gilt zumindest für mich) nicht der Fall. Da reiht sich Kopf an Kopf, Statue an Staue; das einzelne Kunstwerk verschwindet in der Menge der anderen. Im Kopf dreht es nach einiger Zeit. Dies ist in der Aussenstelle des Kapitolinischen Museums, der „Centrale Montemartini“, nicht der Fall. Hier hat jede Figur, jeder Kopf, jeder Sarg seinen ganz besonderen Stellenwert. Dies kommt wahrscheinlich daher, dass jedes Kunstwerk einen unverwechselbaren Standplatz im Elektrizitätswerk einnimmt.


Das Werk selber wäre auch ohne antike Schätze ein Schatz. Schon alleine


die Mosaik-Fussböden


und die Fast-Landschaftstein-Wände

sind sehenswert. Ganz zu schweigen von der monumentalen Dampfturbine aus dem Jahr 1917, den grossen Dieselmotoren



und all dem technischen "Kleinzeug".







Und es roch so ganz anders als in all den Museen, die ich bisher besucht habe. Es roch unverwechselbar nach Maschinen, nach Öl, nach Leben.

Fotos zum Anklicken: