Sonntag, 10. April 2011

246) Inkwilersee


Im ersten Teil des Posts findest du den Artikel, den ich im April 2011 geschrieben habe. Die Bilder im Originalartikel sind nicht anklickbar. Fotos zum Anklicken finden sich am Schluss des Beitrages.


Gestern (Ostermontag, 9.4. 2012) ging's wieder einmal an den Inkwilersee. Es wehte ein ziemlich frostiger Westwind; nur an geschützten Stellen war es wirklich frühlingshaft warm und lud zum Sonnenbaden ein.



Der Inkwilersee hiess früher Bolkensee. Er gehört zusammen mit dem Burgäschisee zu den beiden einzigen Kleinseen des Kantons Solothurn. Er verdankt sein Dasein dem Rhonegletscher. Der frostige Kerl, der sich immer wie mehr in sein alpines Schlupfloch zurückzieht, stiess in der Würmeiszeit bis in die Gegend von Wangen an der Aare vor. Seinem Rückzug verdanken wir nicht nur die Überreste einstiger Moränen, sondern auch die beiden Seen auf unserem Kantonsgebiet. Es sind sogenannte Toteis-Seen. Als Toteis bezeichnet man Gletschereis, das mit dem aktiven Gletscher nicht mehr verbunden ist, sich infolgedessen auch nicht mehr bewegt und demzufolge auch nicht mit dem Gletscher zurückzieht, wenn er sich zurückzieht. Erst nach Auftauen des Dauerfrostboden ist dann auch auch ein Auftauen des Toteises möglich. Ja, und so entstanden der Inkwiler- und der Burgäschisee.




Bereits während der Pfahlbauerzeit gab es am Seeufer zahlreiche Siedlungen. An verschiedenen Stellen stiess man bei Ausgrabungen auf Fundgegenstände. Im Frühling 2007 wurden die Pfahlbauten (nur unter Wasser) durch Taucher untersucht. Man fand Speerspitzen und Werkzeuge. Auch auf den beiden Inseln im See wurden die Überreste bronzezeitlicher Pfahlbauten entdeckt.

Hier die Inseln:







Der Inkwilersee gehört zu den 111 Fundstellen prähistorischer Pfahlbauten in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Slowenien, die am 27.06.2011 2011 von der UNESCO unter der Bezeichnung "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" als Weltkulturerbe geführt werden. Auch der Burgäschisee gehört dazu.

TOLL!

Dann wird man ja jetzt bemüht sein müssen, die heutigen Siedlungen nicht zu Pfahlbauten werden zu lassen. Das ist gut so, ist doch der See nicht nur aus kulturhistorischer Sicht von Bedeutung. Auch viele Wasservögel schätzen ihn sehr: als Dauerbleibe, als Winterquartrier oder als Station auf ihrem Weg in den Süden.

Fotos zum Anklicken: